Betriebsweise – Bienenkiste

  • Lange Wabenflächen, die frei schwingen können;
  • ein Brutnest, welches nicht gestört wird;
  • freier Zugang für die Königin in Brut- und Honigraum;
  • der natürliche Schwarmtrieb wird nicht unterbunden;
  • überwintern der Bienen auf eigenem Honig;

Das sind einige Schlagwörter, die die Bienenkiste den Bienen ermöglicht.

Die Bienenkiste baut auf dem Grundkonzept des Krainer Bauernstocks auf und wurde von Erhard Maria Klein und Thomas Radetzki vom ökologischen Imkerverband Mellifera e.V. entwickelt und 2009 erstmals vorgestellt. Die Bienenkiste ist ein mobiler Stabilbau. Die Bienen bauen im Längsbau auf Trägerleisten ihre Waben selbst. Es gibt keine Rähmchen. Zugang zum Volk hat man nur vom Boden, dazu muss man die Kiste über Stirn kippen und die Bodenplatte abnehmen. Dann eröffnet sich einem ein wunderbarer Blick auf das gesamte Volk. Man sieht schnell, ob es dem Volk gut geht und ob Brut vorhanden ist. Die einzelnen Trägerleisten können bei Bedarf herausgezogen werden, aber in der Praxis kommt das nur bei Notfällen vor. So wird das Kleinklima zwischen den Waben nicht gestört, die Integrität des Nestes bleibt gewahrt. Zusätzlich kann man durch Abnehmen des Deckels beim Honigraum in das Volk von hinten einsehen.

Zwei Drittel der Kiste dient den Bienen als Brutraum und das letzte Drittel, als Honigraum. Dieser wird normal Anfang April geöffnet und die Bienen lagern ihren Überschuss ein, den man Ende Juli/Anfang August als Jahreshonig erntet. Bei mir waren das 2017 satte 20 kg Honig! Die Ernte des Honigraumes ist auch wichtig, damit man Platz für die anschließende Behandlung mit Ameisensäure gegen die Varroamilbe bekommt.

Die Zufütterung im Winter kann –natürlich nach einer Kontrolle auf der Waage– entfallen und die Bienen können so auf ihrem eigenen Honig überwintern. Falls nicht genug eingetragen werden konnte, muss man auffüttern.

Weiters wird bei dieser natürlichen Form der Bienenhaltung mit dem Schwarmtrieb geimkert. Natürlich soll das auch mit Vernunft passieren, und so rät Erhard Maria Klein in seinem Buch nach Abgang des ersten Schwarms alle Weiselzellen bis auf eine herauszubrechen. Alle Weiselzellen auch wirklich zu finden, ist in der Bienenkiste durch den Stabilbau aber nicht so einfach, wie in einem Beutesystem, wo auf Rähmchen geimkert wird.

Wie jedes Beutensystem hat auch die Bienenkiste Vor- und Nachteile. Da muss jeder für sich seine Prioritäten und Möglichkeiten herausfinden und abstecken. Die Bienen lehren mich den Respekt vor der Natur und auch voreinander, das wünsche ich mir auch für uns Menschen.